Abwasserrohre sind ein zentraler Bestandteil der gebäudetechnischen Infrastruktur und gewährleisten die sichere Ableitung von häuslichem, gewerblichem oder industriellem Abwasser. Ihre Dichtheit und Funktionsfähigkeit sind entscheidend für die Hygiene, den Umweltschutz und die Betriebssicherheit von Gebäuden. Im Facility Management dienen die Dokumentationen gemäß DIN 1986-3 und DIN 1986-30 als Nachweis der normgerechten Planung, Errichtung, Prüfung, Instandhaltung und Sanierung. Diese Unterlagen sichern die Einhaltung der Betreiberpflichten gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG), AwSV und BetrSichV und bilden die Grundlage für technische Audits, Versicherungsschutz und behördliche Nachweise. Eine vollständige, nachvollziehbare Dokumentation ist somit ein wesentlicher Bestandteil einer gesetzeskonformen, nachhaltigen und haftungssicheren Gebäudebewirtschaftung.
Prüfbericht über Dichtheitsprüfung der Grundstücks- und Gebäudeentwässerung
Zweck & Geltungsbereich
Nachweis der Dichtheit der Abwasserrohre gemäß DIN 1986-3 und DIN 1986-30, um das Austreten von Abwasser in Boden oder Grundwasser zu verhindern und die Betriebssicherheit der Anlage sicherzustellen.
Relevante Vorschriften / Normen
DIN 1986-3; DIN 1986-30; DIN EN 1610; WHG §62; AwSV; ggf. kommunale Entwässerungssatzung
Wesentliche Inhalte
• Identifikation der geprüften Leitungsabschnitte (Lage, Länge, Material) • Prüfverfahren (Wasser-, Luft- oder Kameraprüfung) • Messergebnisse (Prüfdruck, Dauer, Verluste) • Bewertung (bestanden/nicht bestanden) • Name, Datum und Qualifikation des Prüfers • ggf. Mängelbeschreibung und Sanierungsempfehlung
Verantwortliche Stelle
Fachkundiger Prüfsachverständiger oder Entwässerungsexperte (zertifiziert nach DIN 1986-30)
Praktische Hinweise
Dichtheitsprüfungen sind bei Neuerrichtung, wesentlichen Änderungen oder regelmäßig (20 Jahre bei häuslichem, 5 Jahre bei gewerblichem Abwasser) durchzuführen. Prüfberichte sind dauerhaft aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen.
Erläuterung
Die Dichtheitsprüfung ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren zum Schutz des Grundwassers und zur Sicherstellung der Rohrintegrität.
Im Facility Management wird der Prüfbericht im Betreiberhandbuch oder CAFM-System hinterlegt und dient als Nachweis gegenüber Behörden, Versicherern und Auditoren.
Regelmäßige Vergleiche mit früheren Prüfungen helfen, Leckagen und Materialermüdung frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten.
Schadensdokumentation
Aspekt
Beschreibung
Dokumenttitel/-typ
Dokumentation festgestellter Schäden an Grundstücks- und Gebäudeentwässerung
Zweck & Geltungsbereich
Systematische Erfassung, Bewertung und Nachverfolgung von Schäden oder Undichtigkeiten in Abwasserrohren zur Einleitung geeigneter Instandsetzungsmaßnahmen.
Relevante Vorschriften / Normen
DIN 1986-30 Abschnitt 8; DIN EN 13508-2; WHG §62; BetrSichV §10; AwSV
Wesentliche Inhalte
• Beschreibung der Schadstellen (Lage, Art, Ausmaß, Tiefe) • Schadenskategorie (nach DIN EN 13508-2) • Datum der Feststellung und beteiligte Personen • Ursachenanalyse (z. B. Wurzeleinwuchs, Materialermüdung, Setzungen) • Sanierungsempfehlung (z. B. Inliner, Neubau, punktuelle Reparatur) • Fotodokumentation oder Videoaufnahmen (CCTV-Inspektion) • Fristen und Maßnahmen zur Beseitigung
Verantwortliche Stelle
Betreiber oder Wartungspersonal; ggf. externer Inspektionsdienst oder Sanierungsfachbetrieb
Praktische Hinweise
Die Schadensdokumentation ist Teil des Wartungs- und Instandhaltungsplans. Sie unterstützt die Priorisierung von Maßnahmen, die Kostenplanung und den Dialog mit Umweltbehörden.
Erläuterung
Eine strukturierte Schadensdokumentation ermöglicht eine vorausschauende Instandhaltungsstrategie und reduziert das Risiko von Betriebsunterbrechungen.
Im Facility Management werden solche Daten digital im CAFM- oder GIS-System gepflegt und mit visuellen Nachweisen verknüpft.
Sie ist besonders wichtig in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden, da hier strengere Nachweispflichten und Umweltauflagen gelten.
Ergänzende Dokumente
Aspekt
Beschreibung
Dokumenttitel/-typ
Ergänzende Nachweise (Bau- und Instandhaltungsunterlagen)
Zweck & Geltungsbereich
Ergänzende technische und administrative Unterlagen zur Nachvollziehbarkeit der Rohrsysteme und ihrer Änderungen, insbesondere bei Sanierung oder Erweiterung.
Relevante Vorschriften / Normen
DIN 1986-3; VDI 6026-1; DIN EN 1610
Wesentliche Inhalte
• Bestandspläne (Lage- und Höhenplan der Leitungen) • Material- und Produktnachweise (z. B. Rohrtypen, Dichtungen) • Sanierungsberichte mit Vorher-/Nachher-Dokumentation • Entsorgungsnachweise für kontaminierte Materialien oder Schlämme
Verantwortliche Stelle
Planer, Bauunternehmen, Facility Manager
Praktische Hinweise
Diese Unterlagen sind für die technische Nachvollziehbarkeit, Versicherungszwecke und bei Umweltvorfällen relevant. Sie werden üblicherweise in das CAFM- oder Dokumentationssystem integriert.
Erläuterung
Ergänzende Nachweise unterstützen die langfristige Anlagenbewirtschaftung und bilden eine zentrale Grundlage für Sanierungsplanung, Gewährleistungsmanagement und Auditnachweise.
Sie gewährleisten die Vollständigkeit der Betreiberakte gemäß VDI 6026-1 und erleichtern den Übergang von der Bau- zur Betriebsphase.