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Fettabscheidersysteme

Facility Management: Sanitärtechnik » Betrieb » Dokumente » Fettabscheidersysteme

Fettabscheidersysteme

Fettabscheidersysteme (innerhalb von Gebäuden)

Die Betreiberpflichten ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG § 5 und BetrSichV § 3. Arbeitgeber müssen Gefährdungen, die sich durch Arbeitsmittel oder die Arbeitsumgebung ergeben, ermitteln und geeignete Schutzmaßnahmen ableiten. Vor der Verwendung eines Arbeitsmittels muss der Arbeitgeber zudem die erforderlichen Prüfungen festlegen und ihre Fristen sowie die Qualifikation des Prüfpersonals bestimmen, damit die sichere Verwendung bis zur nächsten Prüfung gewährleistet ist. Für Bauprodukte gilt seit 2011 die EU-BauPVO; sie verlangt, dass Hersteller für harmonisierte Bauprodukte eine Leistungserklärung erstellen und die Verantwortung für die Übereinstimmung des Produkts mit der erklärten Leistung übernehmen. Die Verordnung (EU) 2024/3110 modernisiert diese Vorgaben und fordert digitale, maschinenlesbare Informationsflüsse über Bauprodukte, um die Transparenz entlang der Lieferkette zu erhöhen.

Technik und Einsatz von Fettabscheidern

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfprotokoll für elektrische Betriebsmittel

Zweck und Umfang

Dokumentiert die elektrische Sicherheit von Pumpen, Sensoren, Steuerungen und sämtlichen elektrischen Komponenten der Fettabscheideranlage. Es dient der Erfüllung der Prüfpflichten nach ArbSchG/BetrSichV und DGUV.

Relevante Regelwerke

DGUV-V 3/4 (Prüfung elektrischer Anlagen), DGUV-Information 203-070/071, VDE 0701 (Prüfung nach Instandsetzung), VDE 0702 (Wiederholungsprüfung)

Schlüsselelemente

• Geräteidentifikation (Typ, Hersteller, Inventarnummer)
• Schutzleiter- und Isolationswiderstandsmessung sowie Ableitstromprüfung; die Messergebnisse müssen dokumentiert werden.
• Funktions- und Sichtprüfung nach DGUV-Information 203-070/071.
• Bewertung (i. O./n. i. O.), Festlegung des nächsten Prüfintervalls; typische Intervallbeispiele: 6 Monate bei beweglichen Geräten, 6 Monate bei Verlängerungsleitungen, bis zu 2 Jahre bei Bürogeräten.
• Prüfername, Datum und Unterschrift.

Verantwortliche Stelle

Befähigte Person („Elektrofachkraft“) mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung gemäß TRBS 1203.

Praktische Hinweise

Das Prüfprotokoll ist unverzichtbar für Arbeitssicherheit und Betreiberpflichten. Es dient als Inventarliste der elektrischen Betriebsmittel und ist Grundlage für Gefährdungsbeurteilungen und BG-Audits.

Erläuterung

Elektrische Komponenten in Fettabscheideranlagen sind Feuchte und Korrosion ausgesetzt. DGUV-Information 203-070 verlangt, dass bei der wiederkehrenden Prüfung sämtliche Messwerte dokumentiert und die Messmethoden sowie das Ergebnis eindeutig festgehalten werden. Die verantwortliche „befähigte Person“ muss über technische Ausbildung, Erfahrung und aktuelle Kenntnisse verfügen. Aufgrund der besonderen Umgebung sind kurze Prüffristen erforderlich (z. B. 6 Monate bei beweglichen Geräten). Ein ordnungsgemäßes Prüfprotokoll erfüllt die Pflichten aus ArbSchG und BetrSichV, dokumentiert den sicheren Zustand der Geräte und bildet die Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung.

Dokumentenkategorie: Bauprodukte / Europäische Bauproduktanforderungen

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Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Zertifikat der Leistungsbeständigkeit (Bauprodukt)

Zweck und Umfang

Bescheinigt, dass der Fettabscheider als Bauprodukt nach der EU-Bauproduktenverordnung geprüft, klassifiziert und dauerhaft leistungsfähig ist. Es bestätigt, dass die wesentlichen Merkmale den deklarierten Leistungen entsprechen.

Relevante Regelwerke

Verordnung (EU) 305/2011 (EU-BauPVO), Verordnung (EU) 2024/3110

Schlüsselelemente

• CE-Kennzeichnungspflichten: Fettabscheider unter der harmonisierten Norm EN 1825 müssen mit CE-Zeichen versehen sein.
• Grundanforderungen an Bauwerke und wesentliche Produkteigenschaften, die der Hersteller in der Leistungserklärung angibt.
• Angabe der notifizierten Stelle (Product Certification Body), die das System 1+ oder 1 der Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit durchführt.
• Gültigkeitsangaben und Überwachung: die Kommission legt je nach Bauprodukt fest, ob eine Zertifizierungsstelle einbezogen wird und welches System (1+, 1, 2+, 3, 4) anzuwenden ist.
• Erklärung, dass der Hersteller die technischen Unterlagen und die Leistungserklärung zehn Jahre ab dem Inverkehrbringen aufbewahren muss.
• Hinweis, dass für die „Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit“ kein gesetzliches Muster existiert.

Verantwortliche Stelle

Produktzertifizierungsstelle (notifizierte Stelle) und Hersteller

Praktische Hinweise

Die Bescheinigung ist erforderlich für die CE-Konformität und als Nachweis bei Bauabnahmen, Gewährleistungsansprüchen und Betreiberakten. Herstellern obliegt die Pflicht, eine Leistungserklärung zu erstellen und alle technischen Unterlagen zehn Jahre aufzubewahren. Bei Fettabscheideranlagen ersetzen CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung die früheren bauaufsichtlichen Zulassungen.

Erläuterung

Fettabscheider gelten als Bauprodukte. Die DIBt-Information weist darauf hin, dass Fettabscheider, die unter die harmonisierte europäische Norm EN 1825-1 fallen, mit der CE-Kennzeichnung versehen sein müssen. Seit der Umsetzung des EuGH-Urteils von 2014 werden für CE-gekennzeichnete Fettabscheider keine nationalen bauaufsichtlichen Zulassungen mehr erteilt. Die EU-BauPVO verpflichtet Hersteller, eine Leistungserklärung zu erstellen und die Verantwortung für die Konformität mit den erklärten Leistungen zu übernehmen.

Die BauPVO legt auch fest, wie die Leistungsbeständigkeit zu bewerten ist. Anhang V unterscheidet Systeme 1+, 1, 2+, 3 und 4, je nachdem welche Aufgaben der Hersteller und welche einer Zertifizierungsstelle oder eines Prüflabors zukommen. Für Systeme 1+ und 1 stellt die notifizierte Produktzertifizierungsstelle eine „Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit“ aus; diese Bescheinigung wird im CE-System für Bauprodukte als Nachweis verwendet. Es existieren keine gesetzlich vorgeschriebenen Formulare, jedoch muss die Bescheinigung die wesentlichen Merkmale, das angewandte Bewertungssystem und Angaben zur Überwachung enthalten. Hersteller müssen alle technischen Unterlagen sowie die Bescheinigung mindestens zehn Jahre ab dem Inverkehrbringen aufbewahren und sie den Marktüberwachungsbehörden auf Verlangen vorlegen.

Betriebsanleitung Fettabscheideranlage

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Betriebsanleitung – Fettabscheidersystem

Zweck und Umfang

Beschreibt den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Fettabscheideranlage, ihre Inbetriebnahme, Wartung, Entsorgung und die sicherheitstechnischen Anforderungen nach DIN 4040-100.

Relevante Regelwerke

DIN 4040-100; ggf. DIN EN 1825, kommunale Entwässerungssatzungen

Schlüsselelemente

• Anlagenbeschreibung und Funktionsweise
• Betriebsgrenzen und Einsatzbedingungen
• Wartungszyklen und Entsorgungsintervalle: DIN 4040-100 fordert eine regelmäßige Entleerung der Anlage, halbjährliche Wartungen und eine Generalinspektion spätestens alle fünf Jahre.
• Entsorgungsintervalle: Schlammfang und Fettabscheider sind mindestens einmal monatlich, vorzugsweise zweiwöchentlich von einer Fachfirma zu entleeren und zu reinigen.
• Prüfpflichten: Betreiber müssen ein Prüfprotokoll führen und in regelmäßigen Abständen (monatlich und halbjährlich) Kontrollen durchführen.
• Störungsmanagement und Hinweise zur sicheren Entsorgung.
• Verantwortlichkeiten des Betreibers und Hinweise zu Personalqualifikation.

Verantwortliche Stelle

Hersteller (erstellt Betriebsanleitung); Betreiber setzen die Anweisungen um.

Praktische Hinweise

Die Betriebsanleitung ist das zentrale Dokument für Betreiber und Wartungspersonal. Sie dient als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung und die Prüfungen nach BetrSichV. Die regelmäßige Entleerung, Wartung und Generalinspektion sind zwingend einzuhalten. Eine fehlerhafte oder fehlende Betriebsanleitung kann zu Umweltschäden, Haftung und Betriebsausfällen führen.

Erläuterung

Die Norm DIN 4040-100 regelt Betrieb und Wartung von Fettabscheidern. Nach dem Inkrafttreten der Norm sind Betreiber verpflichtet, die Anlagen regelmäßig zu entleeren, halbjährlich zu warten und spätestens alle fünf Jahre einer Generalinspektion zu unterziehen. Die Entsorgung von Fett und Schlamm darf nur durch eine Fachfirma erfolgen und ist mindestens einmal im Monat, besser alle zwei Wochen, durchzuführen. Betreiber müssen zudem ein Prüfprotokoll führen und monatliche sowie halbjährliche Kontrollen dokumentieren. Diese Vorgaben dienen dem Umweltschutz und der Sicherstellung eines störungsfreien Betriebs. Die Betriebsanleitung ergänzt die Herstellerangaben und ist Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV.

Betriebsanleitungen und Sicherheitsinformationen – Elektrische Komponenten

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen – elektrische Betriebsmittel

Zweck und Umfang

Gewährleistet, dass elektrische Komponenten (Pumpen, Steuerungen, Sensoren, Alarme) die Sicherheitsanforderungen der Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) erfüllen. Sie beschreibt sichere Installation, Betrieb und Instandhaltung.

Relevante Regelwerke

1. ProdSV (Verordnung über elektrische Betriebsmittel), Richtlinie 2014/35/EU (LVD), ProdSG

Schlüsselelemente

• Sicherheitshinweise und bestimmungsgemäße Nutzung.
• Anleitungen zur Elektroinstallation und zu Schutzmaßnahmen; die Dokumentation muss klar, verständlich und in deutscher Sprache verfasst sein.
• Anforderungen an Umgebungsbedingungen, z. B. Feuchtigkeit und Temperatur.
• Angaben zu Ersatzteilen und Wartungsarbeiten.
• Kennzeichnung des Herstellers (Name, Adresse) und Seriennummer auf dem Gerät.
• Hinweise zur CE-Konformität und Anforderungen an Importeur/Händler, die sicherstellen müssen, dass eine deutsche Anleitung vorliegt.

Verantwortliche Stelle

Hersteller; Importeure und Händler müssen die Konformität sicherstellen.

Praktische Hinweise

Diese Anleitungen sind notwendig für die CE-Konformität und die elektrische Abnahme nach DGUV-V 3/4. Fehlende oder unvollständige Anleitungen stellen einen Verstoß gegen die Produktsicherheitsvorschriften dar. Die Unterlagen sind Bestandteil der technischen Dokumentation, die vom Hersteller zehn Jahre aufzubewahren und auf Verlangen den Behörden vorzulegen ist.

Erläuterung

Die Verordnung über elektrische Betriebsmittel (1. ProdSV) setzt die Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) in nationales Recht um. Sie gilt für neue elektrische Betriebsmittel im Spannungsbereich 50–1000 V AC und 75–1500 V DC. Hersteller müssen das Produkt mit einer Typ- oder Seriennummer sowie ihrem Namen und ihrer Adresse kennzeichnen und eine klare, verständliche Betriebsanleitung mit Sicherheitsinformationen in deutscher Sprache beifügen. Importeur und Händler dürfen elektrische Betriebsmittel nur in Verkehr bringen, wenn sie sich vergewissert haben, dass die Konformitätsbewertung durchgeführt wurde, das CE-Zeichen angebracht ist und die erforderlichen deutschen Anleitungen beiliegen. Diese Unterlagen sind für die elektrische Abnahme und die Gefährdungsbeurteilung unverzichtbar und müssen im Betreiberarchiv bereitgehalten werden.

Betriebsbuch Fettabscheideranlage

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Betriebsbuch – Fettabscheideranlage

Zweck und Umfang

Dient als lückenloser Nachweis aller Betriebs-, Wartungs-, Entsorgungs- und Prüfmaßnahmen. Es ermöglicht die Dokumentation von Störungen und die Unterzeichnung durch den Betreiber.

Relevante Regelwerke

DIN 4040-100; kommunale Entwässerungssatzungen

Schlüsselelemente

• Entsorgungsnachweise und Wartungsprotokolle.
• Prüfberichte (monatliche Kontrollen, halbjährliche Wartungen, Generalinspektionen).
• Störungsmeldungen und deren Behebung.
• Unterschriften des Betreibers und des Wartungspersonals.
• Ablage weiterer Unterlagen wie Betriebsanleitung, Prüfprotokolle und Behördenbescheide; laut Herstellerhinweisen sollen alle Zertifikate und Protokolle im Betriebsbuch aufbewahrt werden, da die Behörden sie einsehen können.

Verantwortliche Stelle

Betreiber; Wartungspersonal führt Einträge aus.

Praktische Hinweise

Das Betriebsbuch ist ein zentrales Auditdokument für Behördenprüfungen, Gewässerschutzkontrollen und FM-Audits. Der Betreiber kann Aufgaben an qualifizierte Mitarbeiter delegieren, bleibt aber für die ordnungsgemäße Führung verantwortlich. Eine vollständige Dokumentation erhöht die Rechtssicherheit und reduziert Prüfintervalle.

Erläuterung

Das Betriebsbuch dokumentiert jeden Vorgang im Lebenszyklus der Fettabscheideranlage. Die kommunale „Merkblatt Fettabscheider“ weist darauf hin, dass Entleerung, Reinigung und Generalinspektion nach fünf Jahren durch Sachverständige nachzuweisen sind und dass der Betreiber zu einem Prüfprotokoll verpflichtet ist. Dieses Logbuch erleichtert es den Behörden, die Einhaltung der DIN 4040-100 nachzuvollziehen und dient als Grundlage für Haftungs- und Versicherungsfragen. Hersteller empfehlen, sämtliche Zertifikate, Protokolle und Berichte im Betriebsbuch aufzubewahren, da vollständige Akten zu weniger häufigen Kontrollen führen. Obwohl Aufgaben wie das Führen des Betriebsbuchs an sachkundige Mitarbeiter delegiert werden können, bleibt die Verantwortung beim Betreiber.

Dokumentenkategorie: Europäische Technische Bewertung (ETA)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

European Technical Assessment (ETA)

Zweck und Umfang

Bewertung eines Bauprodukts, das nicht oder nicht vollständig von einer harmonisierten Norm erfasst ist, z. B. Spezialfettabscheider oder neuartige Bauarten. Die ETA bestätigt die Leistungseigenschaften und bildet die Grundlage für die CE-Kennzeichnung.

Relevante Regelwerke

EU-BauPVO (Verordnung 305/2011)

Schlüsselelemente

• Beschriebene und bewertete Produkteigenschaften und wesentliche Merkmale.
• Prüfverfahren und technische Bewertungskriterien, individuell auf das Produkt zugeschnitten. • Gültigkeitsbereich und Verwendungszweck.
• Hinweis, dass eine ETA insbesondere für Produkte beantragt werden kann, die nicht von harmonisierten Normen erfasst sind.
• Unbegrenzte Gültigkeitsdauer, regelmäßige technische Überprüfung empfohlen.
• Erstellung durch eine Technische Bewertungsstelle (TAB) wie das DIBt.

Verantwortliche Stelle

Technische Bewertungsstelle (TAB); Antragsteller/Hersteller

Praktische Hinweise

Eine ETA ermöglicht den Vertrieb innovativer Fettabscheider im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum, der Schweiz und der Türkei. Sie kann Leistungsmerkmale enthalten, die in harmonisierten Normen fehlen. Für Sonderausführungen ersetzt die ETA teilweise nationale Zulassungen und ist Grundlage für die CE-Kennzeichnung.

Erläuterung

Die Europäische Technische Bewertung (ETA) ist ein „Reisepass“ für Bauprodukte, die nicht oder nicht vollständig von einer harmonisierten Norm abgedeckt werden. Sie ermöglicht es Herstellern, ihre Produkte im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum zu vermarkten. Die ETA enthält eine detaillierte Leistungsbeschreibung, die individuell auf das Produkt zugeschnitten ist und Merkmale aufnehmen kann, die in bestehenden Normen fehlen. Die Bewertung wird von einer Technischen Bewertungsstelle wie dem DIBt durchgeführt; nachdem der Hersteller Prüfberichte eingereicht hat, bewertet die Stelle die Ergebnisse und stellt die ETA aus. Eine ETA gilt zeitlich unbefristet, dennoch empfiehlt das DIBt eine regelmäßige technische Überprüfung und Anpassung an den Stand der Technik.

Europäische Bewertungsunterlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Europäisches Bewertungsdokument (EAD) – Bauprodukte

Zweck und Umfang

Definition der Bewertungs- und Prüfverfahren, nach denen ein Fettabscheider als Bauprodukt europaweit beurteilt wird, wenn keine harmonisierte Norm vorliegt.

Relevante Regelwerke

Regulation (EU) 2024/3110; Regulation (EU) 305/2011

Schlüsselelemente

• Leistungsmerkmale des Produkts
• Prüfmethoden und Bewertungsverfahren
• Anforderungen an Material und Konstruktion
• Sicherheits- und Hygieneanforderungen

Verantwortliche Stelle

Europäische technische Bewertungsorganisation (TAB) und Hersteller

Praktische Hinweise

Grundlage für die Leistungserklärung (DoP) und CE-Kennzeichnung; vom Facility Manager zur Produktauswahl und Konformitätsprüfung heranzuziehen.

Erläuterung

Europäische Bewertungsunterlagen werden erstellt, wenn für ein Bauprodukt keine harmonisierte Norm existiert oder ergänzende Regelungen erforderlich sind. Die EU-Bauproduktenverordnung definiert die Aufgaben der Technischen Bewertungsstellen und das Verfahren zur Erarbeitung eines Europäischen Bewertungsdokuments; dieses legt die methodischen Anforderungen an Leistungsmerkmale, Prüfverfahren und umweltbezogene Faktoren fest. Darauf aufbauend erstellt der Hersteller eine Europäische Technische Bewertung (ETA). Für Facility Manager bieten EAD und ETA eine strukturierte Grundlage für die Auswahl geeigneter Fettabscheider und für die Dokumentation der Konformität.

Specific Technical Documentation – Construction Products

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Produktspezifische technische Dokumentation

Zweck und Umfang

Beschreibung der technischen Eigenschaften des Fettabscheiders, einschließlich Prüfberichte und werkseigener Produktionskontrollen.

Relevante Regelwerke

Regulation (EU) 305/2011

Schlüsselelemente

• Leistungsmerkmale des Produkts
• Werkseigene Produktionskontrolle
• Prüfberichte akkreditierter Stellen
• Risiko- und Materialbewertungen
• CE-Bezugsunterlagen

Verantwortliche Stelle

Hersteller

Praktische Hinweise

Dient der Prüfung der Eignung im Bauprojekt; vom FM zu archivieren für spätere Bauwerksprüfungen, Sanierungen oder Betreiberwechsel.

Erläuterung

Die produktspezifische technische Dokumentation ist ein Kernbestandteil der Konformitätsbewertung nach der EU-BauPVO. Der Hersteller dokumentiert darin die wesentlichen Leistungsmerkmale, die Ergebnisse der werkseigenen Produktionskontrolle und die Prüfberichte akkreditierter Stellen. Nach der BauPVO muss der Hersteller eine Leistungserklärung abgeben, wenn der Fettabscheider einer harmonisierten Norm oder einer ETA unterliegt. Die technische Dokumentation bildet die Nachweisgrundlage und ist vom Facility Manager aufzubewahren, um die Eignung des Produkts für das konkrete Bauwerk zu belegen.

Konformitäts- und Leistungsnachweise

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

EG-Konformitätserklärung – Bauprodukte

Zweck und Umfang

Nachweis, dass der Fettabscheider die europäischen und nationalen Vorschriften sowie produktspezifischen Anforderungen erfüllt und zugelassen ist.

Relevante Regelwerke

DIN 18384 (VOB/C)

Schlüsselelemente

• Herstellerangaben
• Produktbeschreibung
• Konformität mit technischen Normen
• Identifikation der Prüfverfahren
• Datum und QS-Verantwortliche

Verantwortliche Stelle

Hersteller

Praktische Hinweise

Bestandteil der Abnahmeunterlagen nach VOB/C; erforderlich für Betreiberakten, technische Due Diligence und Behördenkommunikation.

Erläuterung

Die EG-Konformitätserklärung bestätigt, dass der Fettabscheider alle relevanten technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllt. Sie ist insbesondere bei baulichen Abnahmen und Vergaben gemäß VOB/C unverzichtbar. Als Teil der Gewährleistungs- und Betreiberunterlagen dient sie dem Facility Management zur Nachweisführung gegenüber Bauaufsichtsbehörden und für interne Qualitätssicherungsprozesse.

Leistungserklärung (DoP) – Bauprodukte und Baumaschinen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Leistungserklärung (DoP) nach EU-BauPVO

Zweck und Umfang

Darstellung der wesentlichen Leistungseigenschaften und der CE-relevanten Merkmale des Fettabscheiders.

Relevante Regelwerke

EU-BauPVO 305/2011; Regulation (EU) 2024/3110; VOB/C-Normen: DIN 18379, 18380, 18381, 18385, 18386, 18421; DGUV-I 208-026

Schlüsselelemente

• Wesentliche Leistungsmerkmale
• Bestimmungsgemäße Verwendung
• CE-Kennzeichnungsgrundlagen
• Technische Spezifikationen
• Prüf- und Bewertungsverfahren
• Angaben zur werkseigenen Produktionskontrolle

Verantwortliche Stelle

Hersteller

Praktische Hinweise

Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung; dient dem FM als Grundlage für bauordnungsrechtliche Konformitätsnachweise und für die Wartungs- und Betreiberkonzepte.

Erläuterung

Die Leistungserklärung (DoP) ist das zentrale Dokument der europäischen Bauproduktekonformität. Die EU-BauPVO verpflichtet den Hersteller, eine DoP zu erstellen, wenn der Fettabscheider einer harmonisierten Norm oder einer ETA entspricht. In der DoP werden die wesentlichen Leistungseigenschaften und die bestimmungsgemäße Verwendung des Produkts beschrieben; sie enthält Angaben zu Prüf- und Bewertungsverfahren sowie zur werkseigenen Produktionskontrolle. Die DoP muss dem Produkt beigelegt und für die gesamte Lebensdauer verfügbar sein. Für das Facility Management bildet sie die Grundlage für die CE-Kennzeichnung und für bauordnungsrechtliche Nachweise, Wartungspläne und Betreiberpflichten.

Verwendbarkeitsnachweise nach Bauordnungsrecht

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Verwendbarkeitsnachweis im Einzelfall

Zweck und Umfang

Nachweis, dass ein Fettabscheider als Bauprodukt im konkreten Objekt bauordnungsrechtlich verwendbar ist.

Relevante Regelwerke

Hamburgische Bauordnung (HBauO)

Schlüsselelemente

• Technische Bewertung im Einzelfall
• Nachweis der Erfüllung bauordnungsrechtlicher Anforderungen
• Objektbezogene Prüfung
• Bestätigung durch sachverständige Stelle

Verantwortliche Stelle

Hersteller / Sachverständiger

Praktische Hinweise

Wird bei Sonderkonstruktionen oder abweichenden Einbausituationen benötigt; essenziell für Bauabnahmen und Behördenkommunikation.

Erläuterung

Die HBauO verlangt, dass nur Bauprodukte verwendet werden dürfen, die den Anforderungen der Landesbauordnung entsprechen; die Bauaufsichtsbehörde kann einen Nachweis der Verwendbarkeit oder der Eignung verlangen. Für neue Bauprodukte oder Verfahren ist ein allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassungsbescheid oder eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. Dieser Verwendbarkeitsnachweis wird durch einen Sachverständigen erstellt und stellt sicher, dass der Fettabscheider im konkreten Objekt die bauordnungsrechtlichen Anforderungen erfüllt. Facility Manager benötigen diese Dokumente insbesondere bei Sonderlösungen, um die rechtliche Nutzung zu dokumentieren und behördliche Abnahmen zu erleichtern.

Produktinformationen für den Betreiber

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Produktinformation – Fettabscheideranlagen

Zweck und Umfang

Bereitstellung technischer Daten, Betriebsgrenzen, Wartungsvorgaben und Sicherheitsanforderungen für den Betreiber.

Relevante Regelwerke

DIN EN 1825-1; DIN 4040-100

Schlüsselelemente

• Beschreibung des Abscheiderprinzips
• Bemessungs- und Leistungsangaben
• Einbauvorgaben
• Wartungs- und Entsorgungshinweise
• Hygiene- und Arbeitsschutzanforderungen

Verantwortliche Stelle

Hersteller

Praktische Hinweise

Grundlage für Betreiberverantwortung, Wartungsverträge, Hygienekonzepte und behördliche Prüfungen (z. B. Entsorgungsnachweise, Abscheiderkontrollen).

Erläuterung

Die DIN EN 1825-1 legt Begriffe, Bemessungsgrundlagen, konstruktive Anforderungen, Funktionsprinzipien, Kennzeichnung, Prüfung und werkseigene Produktionskontrolle für Fettabscheider fest und gilt für Anlagen, die Fette und Öle tierischer oder pflanzlicher Herkunft durch Schwerkraft abscheiden. Sie deckt insbesondere Bemessungsgrößen (Nominalgrößen) und Bauprinzipien ab.

Die nationale Norm DIN 4040-100 ergänzt diese Vorgaben um detaillierte Betriebs- und Wartungsanforderungen. Betreiber müssen monatlich Eigenkontrollen durchführen und die Ergebnisse in ein Betriebstagebuch eintragen, regelmäßige Wartungen und Reinigungen durchführen lassen und alle fünf Jahre eine Generalinspektion durch einen unabhängigen Sachverständigen veranlassen. Entleerung und Reinigung sind in der Regel monatlich erforderlich; das nach dem Reinigen zum Befüllen verwendete Wasser muss den örtlichen Einleitbedingungen entsprechen. Wartungen sind mindestens jährlich durch eine geschulte Fachkraft durchzuführen, wobei der Zustand der Innenflächen, Dichtheit, Dimensionierung und Belüftung geprüft werden. Betreiber haben außerdem ein Betriebstagebuch zu führen und Entsorgungsnachweise aufzubewahren. Die Herstellerhinweise warnen vor Gefahren bei unsachgemäßem Umgang; qualifizierte Einweisung und Unterweisung des Personals sind erforderlich. Diese Produktinformationen bilden die Basis für Wartungsverträge, Hygienekonzepte und behördliche Prüfungen im Rahmen des Facility Managements.

Dokumentenstruktur für Fettabscheideranlagen

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfbericht über Dichtheitsprüfungen von Fettabscheideranlagen

Zweck und Umfang

Nachweis der ordnungsgemäßen Dichtheit der Anlage gemäß DIN 4040-100 und der landesrechtlichen Wasserbestimmungen; Leckagen können Bodenkontaminationen verursachen und sind nach WHG zu verhindern. Die Prüfung ist vor Inbetriebnahme und in Intervallen (max. 5 Jahre) als Teil der Generalinspektion durchzuführen.

Relevante Regelwerke

DIN 4040-100; DIN EN 1825; DWA-Merkblatt M 167; Wasserhaushaltsgesetz (WHG); Landeswassergesetze; BetrSichV.

Schlüsselelemente

• Angaben zur Anlage (Standort, Nenngröße, Betreiber)
• Beschreibung der Prüfmethode (Wasser oder Unterdruckprüfung) und verwendeter Messmittel
• Messwerte und Beurteilung des Dichtheitsgrades
• Dokumentation von Undichtigkeiten und Sanierungsmaßnahmen
• Bestätigung „bestanden/nicht bestanden“ sowie Prüfdatum und Prüferkennung

Verantwortliche Stelle

Wartungsingenieur bzw. Sachkundiger nach DIN 4040-100; Sachkundige müssen gemäß Merkblatt M 167 eine entsprechende Ausbildung und Erfahrung besitzen.

Praktische Hinweise

Der Prüfbericht dient als behördlicher Nachweis bei Wasserwirtschafts- und Umweltbehörden und wird im Betriebstagebuch archiviert. Im Vorfeld der Prüfung ist die Anlage vollständig zu entleeren und zu reinigen. Eine Sichtkontrolle sollte der Dichtheitsprüfung vorausgehen; Komponenten werden einzeln geprüft.

Erläuterung

Undichte Fettabscheider stellen ein erhebliches Umweltrisiko dar. Die DIN 4040-100 schreibt deshalb regelmäßige Dichtheitsprüfungen vor, die als Bestandteil der Generalinspektion mindestens alle fünf Jahre durchgeführt werden müssen. Die Inspektion erfolgt an der entleerten und gereinigten Anlage; alle Komponenten werden visuell kontrolliert und anschließend einer Dichtheitsprüfung unterzogen. Der Prüfbericht dokumentiert die Messergebnisse und dient als rechtsverbindlicher Nachweis gegenüber Behörden. Er ist mindestens fünf Jahre im Betriebstagebuch aufzubewahren.

Prüfbericht – Allgemeine Inspektion nach DIN 4040-100

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüfbericht über allgemeine Inspektionen von Fettabscheideranlagen

Zweck und Umfang

Dokumentation der turnusmäßigen Generalinspektion und Funktionsprüfung. Sie umfasst den baulichen Zustand, Funktionsfähigkeit, Schlammspiegel, Fettvolumen, Zu- und Ablaufleitungen sowie das Entlüftungssystem. Die Generalinspektion ist bei Neubauten und danach alle maximal fünf Jahre durchzuführen.

Relevante Regelwerke

DIN 4040-100; DIN EN 1825; DIN 1986-30; DWA-Merkblatt M 167; BetrSichV.

Schlüsselelemente

• Anlagenbeschreibung und Bestandsdaten
• Messungen zu Schlammfang und Fettsammelraum
• Kontrolle der Zu und Ablaufleitungen sowie des Entlüftungssystems
• Bewertung der Eignung und Leistungsfähigkeit der Anlage in Bezug auf Abwasseranfall und Bemessung
• Maßnahmenplan bei Mängeln

Verantwortliche Stelle

Wartungsingenieur oder fachkundiger Prüfer mit nachgewiesener Sachkunde; die Liste zugelassener Fachkundiger wird von den Wasserbehörden veröffentlicht.

Praktische Hinweise

Vor der Inspektion ist die Anlage zu entleeren und zu reinigen. Die einzelnen Komponenten sollen getrennt geprüft werden, um Undichtigkeiten zuzuordnen. Mängel und Sanierungsmaßnahmen sind zu dokumentieren; der Prüfbericht bildet die Grundlage für Wartungspläne und Gewährleistungsentscheidungen.

Erläuterung

Die allgemeine Inspektion dient der umfassenden Zustandsbewertung der Fettabscheideranlage. Sie dokumentiert sowohl den technischen Zustand als auch die Bemessung des Abscheiders in Bezug auf die Abwassermenge und -inhaltsstoffe. Die Inspektion umfasst eine Sichtprüfung aller Komponenten, die Überprüfung von Schlammfang und Fettsammelraum, die Kontrolle der Zu- und Ablaufleitungen sowie des Entlüftungssystems und eine Dichtheitsprüfung. Sachkundige müssen ihre Qualifikation nachweisen; eine Liste zugelassener Prüfer wird von den Wasserbehörden geführt. Die Ergebnisse werden in einem Prüfbericht festgehalten, der als Nachweis gegenüber Behörden, Versicherungen und im Rahmen der Gewährleistung dient.

Prüf- und Kontrollbuch – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BG-Anforderung)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Prüf- und Kontrollbuch für elektrische Systeme an Fettabscheideranlagen

Zweck und Umfang

Dokumentation der Prüfungen und Kontrollen von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln im Zusammenhang mit Fettabscheideranlagen; dient dem Nachweis der Arbeitssicherheit gemäß DGUV-Vorschrift 3.

Relevante Regelwerke

DGUV-Vorschrift 3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel); ArbSchG; BetrSichV; VDE-Bestimmungen.

Schlüsselelemente

• Prüfdatum, Umfang und Ergebnis
• Messprotokolle nach VDE Vorschriften
• Sicht und Funktionsprüfung der Pumpen, Steuerungen, Alarme etc.
• Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation festgestellter Mängel
• Maßnahmen zur Mängelbeseitigung und Fristen

Verantwortliche Stelle

Betreiber bzw. Elektrofachkraft. Die DGUV-Vorschrift 3 verlangt, dass elektrische Anlagen nur von Elektrofachkräften errichtet, geändert und instand gehalten werden und dass sie vor der ersten Inbetriebnahme sowie nach Änderungen durch eine Elektrofachkraft geprüft werden.

Praktische Hinweise

Prüf- und Kontrollbücher werden häufig von der Berufsgenossenschaft gefordert, wenn Fettabscheider mit elektrischen Pumpen, Hebeanlagen oder Steuerungen ausgestattet sind. Der Betreiber muss bei Mängeln unverzüglich für Abhilfe sorgen. Das Prüfprotokoll dient als Nachweis im Schadensfall (Brand, Stromunfall).

Erläuterung

Elektrische Komponenten wie Pumpen, Steuerungen und Alarmsysteme sind bei Fettabscheideranlagen sicherheitsrelevant. Die DGUV-Vorschrift 3 definiert elektrische Betriebsmittel als sämtliche Gegenstände, die dem Anwenden elektrischer Energie dienen, und verpflichtet den Unternehmer, Anlagen und Geräte von Elektrofachkräften errichten und prüfen zu lassen. Vor der ersten Inbetriebnahme sowie nach Änderungen oder Instandsetzungen müssen elektrische Anlagen auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden. Ein Prüf- und Kontrollbuch dokumentiert diese Prüfungen, die festgestellten Mängel sowie die ergriffenen Maßnahmen. Es ergänzt die technischen Inspektionsunterlagen und wird bei Anforderungen der Berufsgenossenschaft oder im Schadensfall vorgelegt.

Prüfzeugnis – Allgemeine bauaufsichtliche Prüfung (Herstellerdokument)

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) für Fettabscheider-Bauprodukte

Zweck und Umfang

Nachweis, dass das eingesetzte Bauprodukt bauordnungsrechtlich verwendbar ist und den Anforderungen der HBauO entspricht. Fehlt ein abP oder ist die Geltungsdauer abgelaufen, muss nach § 20 HBauO eine Zustimmung im Einzelfall beantragt werden.

Relevante Regelwerke

Hamburgische Bauordnung (HBauO); Technische Baubestimmungen der Länder; VV TB Hamburg; ggf. europäische Bauproduktverordnung.

Schlüsselelemente

• Produktdaten (Typ, Hersteller, Eigenschaften)
• Prüfbericht einer anerkannten Prüfstelle
• Anwendungsbereich und bautechnische Kennwerte
• Gültigkeitsdauer und Zulassungsnummer
• Hinweise auf ergänzende Bedingungen und Auflagen

Verantwortliche Stelle

Hersteller; er muss das abP bereitstellen und in der Projektdokumentation hinterlegen.

Praktische Hinweise

Das abP ist Bestandteil der Bauproduktdokumentation und wird bei Bauabnahmen, Sanierungen und Haftungsfragen benötigt. Wenn wesentliche Abweichungen vom Prüfzeugnis bestehen oder die Geltungsdauer abläuft, ist eine Zustimmung im Einzelfall notwendig.

Erläuterung

Das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) ist eine bauordnungsrechtliche Bescheinigung, die von anerkannten Prüfstellen erteilt wird. Es bestätigt, dass ein Bauprodukt die Anforderungen der HBauO und der Technischen Baubestimmungen erfüllt. Für Fettabscheideranlagen betrifft dies insbesondere Behälter, Trennwände, Deckel und Zubehör. Fehlt ein abP oder bestehen wesentliche Abweichungen, verlangt § 20 HBauO eine Zustimmung im Einzelfall. Der Hersteller muss das Prüfzeugnis in der technischen Dokumentation bereitstellen; der Betreiber hat es in der Gebäudeakte zu archivieren.

Verwendbarkeitsnachweis – Bauproduktnachweis gemäß VOB/C und HBauO

Feld

Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Verwendbarkeitsnachweis / Nachweis der Verwendbarkeit

Zweck und Umfang

Bestätigung, dass das Produkt gemäß HBauO und den technischen Regeln der VOB/C fachgerecht verwendet werden darf. Der Nachweis umfasst die Einhaltung der jeweiligen ATV-Normen (z. B. DIN 18421 – Dämm- und Brandschutzarbeiten, DIN 18379 – Raumlufttechnische Anlagen, DIN 18380 – Heizanlagen, DIN 18381 – Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen, DIN 18384 – Gebäudeautomation) und stellt sicher, dass das Produkt baurechtlich zulässig ist.

Relevante Regelwerke

DIN 18421; DIN 18379; DIN 18380; DIN 18381; DIN 18384; HBauO; VDI 6026. Die VOB/C definiert die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen; DIN 18381 regelt z. B. Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden.

Schlüsselelemente

• Produktbeschreibung und Herstellerzertifikate
• Technische Leistungsmerkmale und Klassifizierungen
• Bauproduktklasse und Konformitätsnachweise
• Einbau und Montagevorgaben nach den ATV Normen
• Verweise auf abP/abZ und gegebenenfalls europäische CE Kennzeichnung

Verantwortliche Stelle

Hersteller (Ausstellung von Zertifikaten) und ausführendes Fachunternehmen (Nachweis des regelkonformen Einbaus).

Praktische Hinweise

Der Verwendbarkeitsnachweis ist Grundlage für Ausschreibung und Vergabe, er wird von Sachverständigen bei Bauüberwachung und Abnahme eingefordert. Die Dokumentation ist gemäß VDI 6026 strukturiert in die FM-Unterlagen zu integrieren und dient dem Lebenszyklus-Management.

Erläuterung

Die VOB/C beinhaltet die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen. Jede ATV-Norm beschreibt die technischen Anforderungen an bestimmte Gewerke. So regelt DIN 18381 die Herstellung von Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden. Der Verwendbarkeitsnachweis belegt, dass die eingesetzten Produkte den bauordnungsrechtlichen und technischen Regeln entsprechen. Für Fettabscheideranlagen betrifft dies Abscheiderkörper, Leitungen, Rohrverbindungen, Entlüftungssysteme und Steuerungskomponenten. Der Nachweis dokumentiert die Einhaltung der Einbau- und Montagevorgaben der jeweiligen ATV-Normen und ist Voraussetzung für Bauabnahme und Gewährleistung.

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) – DIBt

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Inhalt

Dokumenttitel/-typ

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ)

Zweck und Umfang

Nachweis, dass ein Bauprodukt vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) für den Einsatz innerhalb von Gebäuden zugelassen ist. Bei nicht geregelten Bauprodukten oder Sonderkonstruktionen, für die keine harmonisierte europäische Norm besteht, muss der Hersteller eine abZ beantragen. Fehlt eine abZ oder bestehen Abweichungen, ist eine Zustimmung im Einzelfall gemäß §§ 20 f. HBauO erforderlich.

Relevante Regelwerke

HBauO; Technische Baubestimmungen; DIN 18384 (Gebäudeautomation), gegebenenfalls andere ATV-Normen je nach Bauprodukt.

Schlüsselelemente

• Bescheid des DIBt mit Zulassungsnummer
• Technische Parameter, Sicherheitsanforderungen und Verwendungsgrenzen
• Hinweise zu Einbau, Montage und Wartung
• Gültigkeitsdauer und Bedingungen für Verlängerung
• Verweise auf ergänzende Prüfzeugnisse oder europäische Technische Bewertungen

Verantwortliche Stelle

Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) erteilt die abZ; der Hersteller muss den Zulassungsbescheid dem Betreiber zur Verfügung stellen.

Praktische Hinweise

Eine abZ ist erforderlich, wenn kein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis vorliegt oder wenn der Abscheider als Sonderkonstruktion gilt. Bei Abweichungen von der abZ oder deren Ablauf ist eine Zustimmung im Einzelfall zu beantragen. Die abZ muss in der technischen Gebäudeakte archiviert werden.

Erläuterung

Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist ein bundesweit anerkannter Verwendbarkeitsnachweis für Bauprodukte, der vom DIBt erteilt wird. Er wird benötigt, wenn für das Produkt keine harmonisierte europäische Norm existiert und somit weder CE-Kennzeichnung noch abP vorliegen. Die abZ definiert den Anwendungsbereich, die technischen Parameter sowie eventuelle Auflagen. Laut HBauO ist bei fehlender abZ oder wesentlichen Abweichungen eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. Für Fettabscheideranlagen gilt dies insbesondere bei Sonderausführungen, besonderen Materialien oder Kombinationen mit Leichtflüssigkeitsabscheidern. Der Zulassungsbescheid ist dauerhaft in der Betreiberakte zu hinterlegen und bildet die Grundlage für Bauabnahmen.